Im Fluss der Zeit

Die Zeit hält nicht inne noch wartet sie, sondern fließt ungehindert dahin. Dementsprechend schreitet auch unser Leben immer weiter voran. Wenn etwas im Leben misslingt oder uns ein Unglück widerfährt, können wir uns nicht umwenden, die Zeit anhalten und von neuem beginnen. So gesehen gibt es keine echte zweite Chance oder Gelegenheit.

(Quelle: Mit dem DALAI LAMA den Tag beschließen)

Viele Menschen leben ein Leben, das nicht so richtig zu ihnen passt. Sie schwimmen mit dem Strom, weil dies Sicherheit, Geborgenheit und auch Bequemlichkeit verspricht. Somit bremsen sie sich selbst, weil sie Angst haben, anders zu sein und aus der Masse herauszustechen. Aber genau das - anders handeln, anders denken und anders sein als die anderen - müssen wir manchmal, wenn wir unser Leben so einrichten möchten, wie wir es gerne hätten.

Gewöhnlich erscheint alles beständig, aber je genauer man beobachtet, desto deutlicher wird, daß sich alles in einem Zustand der Veränderung befindet. Nichts bleibt für eine sehr lange Zeit konstant. Alles ist stets im Wandel begriffen. Das Leben ist ein Fluß und Veränderungen gehören zum Lauf des Lebens dazu. Die Dynamik folgt dabei dem Gesetz der polaren Naturkräfte in einem stetigen Wechsel sich ergänzender Gegensätze.

Das Prinzip der Polarität besagt, dass alles zwei Seiten hat. Alles in Erscheinung tretende ist ein Paar von Gegensätzen mit unterschiedlichen Graden zwischen zwei Extremen. Leben ist der ewige Wandel zwischen den Polen. Ein harmonisches Leben zu leben, so daß stets ein Gleichgewicht im fließenden Wechselspiel der Gegensätze vorliegt, darin besteht die Kunst.

Das vorrangige Ziel ist ein tiefgehendes Verständnis von Zusammenhängen der Welt sowie die Fähigkeit, bei Problemen die jeweils schlüssigste und sinnvollste Handlungsweise zu identifizieren. Dies beinhaltet insbesondere den gelassenen Umgang mit allen Anforderungen, die das Leben mit sich bringt. Notwendig hierfür ist aber auch die Bereitschaft, die eigene Lebensführung im Rahmen der Möglichkeiten gezielt zu gestalten.

Die Motivation hierzu liegt im Bestreben nach einem selbstbestimmten und vernunftbasierten Leben auf der Grundlage eigenen Nachdenkens, um das Handeln auf eine gut begründete Basis zu stellen. Das konstruktive Potential beruht dabei auf dem Hinterfragen der bestehenden Verhältnisse und im Herausarbeiten alternativer Modelle. Nur wer kritische Fragen stellt, lässt sich in der Regel nicht so leicht täuschen oder manipulieren.

Die Fähigkeit, systematisch die Zusammenhänge in der Welt zu verstehen, ermöglicht erst die Gelassenheit, sich in kluger und den Umständen angepasster Weise um die Dinge kümmern zu können. Emotionale Gelassenheit bewahrt vor allem in schwierigen Situationen eine unvoreingenommene Haltung. Rationale Gelassenheit läßt dabei auch in heiklen Situationen den Verstand die Oberhand behalten.

"Die Freiheit eines Menschen liegt nicht darin, daß er tun kann, was er will, sondern, daß er nicht tun muß, was er nicht will."
(Jean-Jacques Rousseau, 1712-1778, französischer Philosoph)
  • Ich tue alles ganz langsam,
  • ruhig und gelassen,
  • konzentriert und fokussiert,
  • eines nach dem anderen,
  • in genau der Zeit,
  • die es braucht.
Michael Knapp
Diplom-Mathematiker